Schon meine Eltern und Großeltern hatten Hunde (Foxterrier). Als sich eine Freundin von mir für einen Airedale Terrier entschied, entstand meine große Liebe zu dieser ganz besonderen Rasse.
Nach drei Foxterriern kaufte ich 1980 einen zweijährigen Airedale Terrier Rüden. Sein Name war Mirco von Bellenberg, ein Hund mit hervorragender Abstammung. (Frei von der Wotansau, Kessy vom Stammhof). Nach nur drei Tagen büxte er aus. Er war eine Woche alleine im Forst mit Leine und Halsband unterwegs. Nach einer groß angelegten Suchaktion fand ich ihn wieder, abgemagert und scheu.
Mit Mirco begann mein Interesse am Schutzhundesport. Ich versuchte meinen Hund über den Schutzhundesport aufzubauen und auszubilden. Ich hatte Erfolg, und führte Mirco nach vier Jahren zur FH und SchH II (VPG II). Auf Hundeausstellungen wurde er dreimal mit dem Prädikat „vorzüglich“ bewertet. Mirco war mir immer ein treuer Begleiter. Er wurde 15 Jahre alt.
1983 erwarb ich meine erste Hündin. Ihr Name war Kitty von den schönen Bergen. Kitty entstammte einer Hochzuchtlinie. Zuchtziele in der Hochzucht sind vorrangig die Schönheit des Hundes und die Ausrichtung am Rassestandard. Leider war meine Kitty nicht gesund. Wegen schwerster Hüftgelenksdysplasie (HD) musste ich sie im Alter von nur drei Jahren schweren Herzens einschläfern lassen.
Etwa zu dieser Zeit begann ich mich für die Zucht zu interessieren. Manchmal wälzte ich ganze Nächte lang Zuchtbücher, obwohl ich als selbständige Ärztin mit eigener Praxis beruflich sehr stark eingespannt war. Da ich mir ein möglichst umfassendes Wissen aneignen wollte, bin ich auch dem englischen Zuchtverband beigetreten, der National Airedale Terrier Association, welche regelmäßig Jahrbücher herausgibt.
Eines Tages sah ich auf der Strasse zufällig einen prächtigen Airedale Terrier Rüden, und erfuhr den Namen des Züchters. Sein Name war Herbert Stein. Er wohnte in Dessau, in der damaligen DDR (Zwinger „von Eulenhorst“). Dem Zuchtbuch des Klubs für Terrier von 1894 e.V. konnte ich entnehmen, dass zu dieser Zeit drei weitere Hunde dieses Zwingers als Importhunde eingetragen waren. Ich habe sie mir alle angesehen. Hervorragende Gebrauchshundeeigenschaften und gute Gesundheit haben sie ausgezeichnet. Danach war sofort klar, dass nur eine Hündin aus diesem Zwinger für mich in Frage kommt.
Es war äußerst mühevoll, sehr zeitaufwendig und extrem teuer, einen Hund auf offiziellem Wege in der damaligen DDR zu erwerben. Nachdem ich sehr hartnäckig war, bekam ich 1988 meine Utta von Eulenhorst. Sie war bereits 1984 geboren. Utta entstammte aus Kör- u. Leistungszucht. Ich führte sie 1990 zur SchH III (VPG).
Mit Ilse und Dr. Manfried Scheffler (Zwinger „von Morgenstern“) hatte ich mich schon zu DDR-Zeiten angefreundet. Diese haben mich mit Informationen und Zuchtbüchern versorgt. Der Kontakt kam über meine Lehrmeisterin Frau Renate Dolz zustande, einer wunderbaren Hundefrau.
Die beiden Airedale Terrier Zwinger „von Eulenhorst“ und „von Morgenstern“ haben das Zuchtgeschehen in der ehemaligen DDR über ein halbes Jahrhundert lang entscheidend geprägt. Beide Zwinger sind nicht mehr aktiv. Besucht man heute die jährlich stattfindende Klubleistungssiegerprüfung des Klubs für Terrier von 1894 e.V., die wichtigste Gebrauchshundeprüfung ausschließlich für Airedale Terrier, wird man feststellen, dass an dieser Veranstaltung nur wenige Hunde teilnehmen, die kein Blut aus einer dieser beiden Blutlinien in sich tragen. Dies läßt sich auch leicht erklären: In der ehemaligen DDR war der Airedale Terrier in erster Linie Gebrauchshund, und nur gesunde, wesensfeste Hunde mit guten Gebrauchshundeeigenschaften durften zur Zucht eingesetzt werden. Darüber hinaus wurde die Nachzucht regelmäßig und vollständig beurteilt. Eine solche Vorgehensweise praktizierte der Klub für Terrier von 1894 e.V. weder damals, noch tut er dies heute.
1990 wollte ich meinen eigenen, ersten Airedale Terrier Wurf züchten. Mutter sollte meine Utta von Eulenhorst sein. Die Auswahl des passenden Deckrüden war nicht einfach. Nach langem Abwägen habe ich mich für den zweimaligen DDR-Sieger Jerry von Morgenstern entschieden. Jerry war im Besitz von Ilse und Dr. Manfried Scheffler. Noch vor dem Deckeinsatz bin ich mit eigenem Schutzdiensthelfer 2x von München nach Mecklenburg-Vorpommern gefahren, um Jerry selbst zu überprüfen. Zu Vorwendezeiten war dies gar nicht so einfach. Aber es hat sich gelohnt. Jerry entsprach voll und ganz meinen Vorstellungen von einem exzellenten Deckrüden: Sehr gute Härte, sehr guter Kampftrieb, optimal im Standard, klar im Kopf. Er wurde der Vater meines A-Wurfes, der am 05.03.1991 gefallen ist.
Aus dieser Verbindung bekam ich drei Rüden (Andy, Anthony und Apple-Jack). Alle drei Rüden waren HD-frei, und wurden von ihren Besitzern bis zur SchH III geführt.
Andy von Cura hat 1994, im Alter von nicht einmal vier Jahren, mit Hundeführer Wolfgang Hrubesch, die Jubiläums-Klubleistungssiegerprüfung (KLSP) des Klubs für Terrier von 1894 e.V. souverän gewonnen. Noch im Alter von fast zehn Jahren hat Andy von Herrn Leistungsrichter Rohde bei einer KfT-Landesausscheidungsprüfung in Bayern 99 von 100 möglichen Punkten für den gezeigten Schutzdienst erhalten.
Apple-Jack („Jacky“) von Cura habe ich selbst behalten. Jacky habe ich dreimal mit der Bewertung „vorzüglich“ ausgestellt. Er wurde angekört, und in die Körklasse 1a eingestuft. Ich wurde mit ihm Vizekreissieger. Im Jahr 1999 bin ich mit ihm auf der Bayerischen Meisterschaft (BLV) gestartet.
1999 reifte in mir der Gedanke, eines Tages Nachzucht von Jacky haben zu wollen. Also bin ich auf die Suche nach einer geeigneten Zuchthündin gegangen. Nach sorgfältiger Abwägung habe ich bei Axel Weihmann (Zwinger „v. d. Heinrichsburg“) Trine von der Heinrichsburg („Tina“) erworben, eine schöne, große, wesensstarke Hündin mit sehr guter Härte und vorzüglicher Abstammung. Sie wurde die Mutter meines B-Wurfes, der am 12.04.2001 gefallen ist.
Aus dieser Verbindung bekam ich fünf Rüden und eine Hündin. Es war ein sehr guter, gleichmäßiger Wurf. Zwei der Rüden, Bardo von Cura und Baron von Cura, gingen an Hundesportler, die anderen drei Rüden als Familienhunde in Privathand. Die einzige Hündin des B-Wurfes, Bonnie von Cura, habe ich selbst behalten. Sie ist wirklich ein Traumhund. Bardo, Baron und Bonnie haben mittlerweile die höchste Prüfungsstufe (SchH III / VPG III) erreicht. Bardo hat die Zuchtzulassung erworben.
Bardo von Cura hat 2005 auf der Klubleistungssiegerprüfung (KLSP) des Klubs für Terrier von 1894 e.V., mit Hundeführer Manfred Viktora, den 2. Platz belegt. In der Fährte (Abteilung A) hat er volle 100 Punkte, und im Schutzdienst (Abteilung C) immerhin 95 Punkte erreicht. Mit dieser tollen Leistung kam er dem 1. Platz sehr nah. Noch im selben Jahr stellte Bardo sein herausragendes Gebrauchshundepotential als Teilnehmer der VDH-DM 2005 in Geislingen, sowie der dhv-DM 2005 in Cottbus, gleich zwei weitere Male auf wichtigen Arbeitsprüfungen eindrucksvoll unter Beweis.
In 2006 war Bardo erfolgreicher Teilnehmer auf zahlreichen Leistungsprüfungen, u.a. belegte er auf der Sichtungsprüfung des Sportverbandes DSV den 1. Platz. Auch auf der anschließenden Verbandsmeisterschaft des DSV konnte ihn kein anderer Hund schlagen. Bardo wurde Verbandsmeister, und verwies 20 Teilnehmer auf die Plätze. Der gerechte Lohn war die Teilnahme an der dhv-DM 2006 in Marburg. Über die Sichtungsprüfung des KfT in Langenau qualifizierte sich Bardo für die VDH-DM 2006 in Eibenstock, die er erfolgreich absolvierte. Auf der Klubleistungssiegerprüfung 2006 (KLSP) des Klubs für Terrier von 1894 e.V. in Alsfeld errang Bardo einen sehr beachtlichen 5. Platz. Meiner Meinung nach gehört Bardo derzeit zu den besten Gebrauchshunden im Klub für Terrier e.V. von 1894, zumal er im Alter von fünf Jahren wohl erst am Anfang seiner Hundesportkarriere steht.
Baron von Cura, der sehr hoch im Trieb steht, und damit nicht einfach zu führen ist, hat mit großem Erfolg die Fährtenarbeit erlernt. Baron hat im Kalenderjahr 2005, mit Hundeführer Wilhelm Lippl, auf der Klubfährtenhundsiegerprüfung (KFSP) des Klubs für Terrier e.V. von 1894 in der Prüfungsstufe FH I den 5. Platz errungen. In 2006 konnte er sich sogar noch steigern, und hat auf derselben Prüfung mit 98 von 100 Punkten den 2. Platz belegt. In 2007 ist die dritte Teilnahme an der KFSP das Ziel
Auch nach über 25 Jahren bereitet mir der Hundesport noch immer sehr viel Spaß. Mit meiner Bonnie kann man mich regelmäßig auf verschiedenen Hundeplätzen in und um München antreffen.Gesundheit, Wesen und Leistung sind für mich nach wie vor die maßgeblichen Kriterien bei der Beurteilung eines Airedale.
Ein vorzüglicher Hund muss dem Standard entsprechen, klar im Kopf sein, volle und harte Griffe setzen. Härte und Kampftrieb müssen ausgeprägt sein. Solche Hunde heute noch zu finden, ist wirklich nicht einfach. Züchterische Schwerpunkte haben sich in den letzten zehn Jahren verschoben, das Aussehen des Hundes hat auch in der Leistungszucht stark an Bedeutung gewonnen, während die Auswahl der Zuchttiere vorrangig auf Basis der Leistungsfähigkeit vernachlässigt wurde.
Meine Ansprüche sind hoch, die Erfolge meiner gezüchteten Hunde bestärken mich. Gerne gebe ich meine Erfahrungen und mein umfangreiches Wissen weiter, denn nur so erhalten und verbessern wir Gesundheit, Wesen und Arbeitsbereitschaft unserer geliebten Airedale Terrier.